„In unserer Straße wird geheiratet … “

Eine Hochzeit gehört zu den ältesten und schönsten Festen einer Gemeinschaft – ein Moment, in dem sich der Rhythmus des Alltags in eine festliche Melodie verwandelt. Wenn zwei Menschen beschließen, ihr Leben miteinander zu verbinden, schreiten Familienangehörige, Verwandte und Freunde gemeinsam mit ihnen durch das Tor eines neuen Anfangs. Die gespannte Vorfreude der Vorbereitungen, das geschäftige Treiben rund ums Haus, die Düfte aus der Küche und die von Musik erfüllten Abende kündigen an, dass etwas Besonderes bevorsteht …

Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden traditionelle Hochzeiten in der Region Prekmurje lange im Voraus vorbereitet. Die Familien kamen zusammen, um das Menü, die Gästeliste und die Musiker zu besprechen. In den 1970er Jahren war es noch üblich, Hochzeiten zu Hause, im Hof oder in der Scheune zu feiern. In den 1980er Jahren verlagerten sich die Feiern jedoch zunehmend in Gemeindesäle und später in Restaurants – auch wenn die Atmosphäre der dörflichen Höfe weiterhin eine prägende Rolle bei den Hochzeitsfesten spielte.

Die Einladungen wurden persönlich überbracht. Der Hochzeitseinlader (auf Ungarisch vendéghívó) – oft ein humorvoller, redegewandter Verwandter – ging von Haus zu Haus und lud die Gäste mit einem charmanten Reim zur Hochzeit ein. Seine Rolle blieb während der gesamten Feier bedeutend: Er führte den Hochzeitszug an, leitete die Zeremonie und hielt die oft hunderte Gäste zählende Gesellschaft zusammen.

Kochen und Backen waren gemeinschaftliche Ereignisse. Weibliche Nachbarinnen und Verwandte kamen bereits Tage im Voraus zusammen, um Suppennudeln, verschiedene Strudel, geflochtene Brote und duftendes hausgemachtes Gebäck zuzubereiten. Auch Kuchen wurden gebacken. Schweine und Hühner wurden geschlachtet. Am großen Tag stand der Überfluss im Mittelpunkt: Fleischsuppe dampfte, Eintöpfe und Braten wurden zubereitet. Kohlgerichte und Blutwurst wurden ebenfalls serviert. Neben hausgemachten Weinen war auch Obstbrand ein unverzichtbarer Bestandteil des Festes.

Das Ankleiden der Braut im Elternhaus war ein intimer und emotionaler Moment. Verwandte verabschiedeten sich von der Braut mit Liedern und guten Wünschen, und oft brach sie unter Tränen in ihr neues Leben auf.

In den 1970er Jahren spielten häufig Zigeunermusiker bis in die Morgenstunden Csárdás, während in den 1980er Jahren zunehmend Akkordeonspieler oder sogar Quartette oder Quintette bei Hochzeiten auftraten. Das Repertoire wurde um die beliebten Schlager der jeweiligen Zeit erweitert. Die Gäste „wünschten“ sich oft Lieder und belohnten die Musiker dafür mit Geld. Tanzen und Singen hörten nicht auf, und der Rhythmus der Hochzeit pulsierte die ganze Nacht hindurch.

Vor dem Abendessen wurde das Dankgebet zu Gott niemals vergessen. Um Mitternacht folgte der Brauttanz, bei dem die Gäste einen Tanz mit Geld „auslösten“ und so das junge Paar beim Beginn seines gemeinsamen Lebens unterstützten. Der Bräutigam tanzte zuletzt mit der Braut, danach zogen sich die frisch Vermählten kurz zurück und kehrten anschließend als junger Mann und junge Frau zur Hochzeitsfeier zurück, die oft bis zu zwei Tage andauerte.

Die Hochzeiten dieser Zeit leben heute als nostalgische Erinnerungen weiter. Der Geist der gemeinschaftlichen Zusammenarbeit, der Respekt vor der Tradition und der natürliche Rhythmus des dörflichen Lebens verkörperten Werte, die es zu bewahren gilt – Werte, aus denen wir auch heute noch viel lernen können.